Dieses Schuljahr begleitet die Kinder der Christenlehre das Thema „Wachsen“, welches beim Schulanfangsgottesdienst mit der Geschichte aus Markus 4 vom Samen, der auf verschiedene Untergründe fällt, eingeleitet wurde. Nach dem die Kinder bis zur Adventszeit sich mit Geschichten aus der Bibel, Liedern, Spielen und kreativen Umsetzungen „Im Glauben wachsen“ und „Im Glauben verwurzelt sein“ erarbeiteten, folgte nach der Sternsingeraktion der große Themenkomplex „Im Glauben zusammenwachsen“. Dazu hörten oder lasen die Kinder verschiedene Flüchtlingsgeschichten aus der Bibel.
Zuerst begleiteten sie Joseph, Maria und das Jesuskind fluchtartig nach Ägypten, die sich vor den Soldaten des König Herodes in Sicherheit brachten. Danach zogen sie als Karawane mit Mose und den Israeliten aus Ägypten, die der Sklaverei und Gewalt entflohen und erfuhren so, von den Strapazen, der Not und Angst, die eine Flucht begleiten. Aber auch von Gottes Zuspruch und Beistand, als sie durch das geteilte Meer in Sicherheit kamen oder als Gott für genügend klares Wasser in der Wüste sorgte. Und sie erfuhren von Noomi und Elimelech, die mit ihren Söhnen die Heimat verlassen mussten, weil die Ernten keinen Ertrag brachten und eine Hungersnot drohte. Die Kinder hörten und sahen mit der Bildergeschichte, wie sich Noomi ein neues Leben in einem fremden Land aufbaute, aber die Sehnsucht nach der Heimat sie viele Jahre später wieder zurückführte, in Begleitung von Rut, die nun ihrerseits in der Fremde vor den gleichen Herausforderungen stand. Durch Rut´s Geschichte erfuhren die Kinder, wie stark einen die Liebe und das Vertrauen zu Gott machen kann und wie hilfreich Verständnis, Entgegenkommen und wohlmeinende Gesetze sind. Sehr andächtig und konzentriert lauschten die Kinder den Geschichten und sogar die Erstklässler konnten schon Textpassagen sehr gut vorlesen. Aber auch das Singen, Spielen und Lachen kam bei dem ernsten Thema nicht zu kurz. Über Berg und Tal gab es ein fluchtartiges Wettrennen im Gemeinderaum und die Kinder zogen als lange Karawane entlang und durften niemanden verlieren. Da mussten alle Rücksicht aufeinander nehmen und behutsam mit Vorder- und Hintermann umgehen, wenn das Gelände schwierig wurde. Da gab es sehr viel zu lachen!
Damit die Kinder den Bezug zur heutigen Zeit erhielten, machten wir uns dann auf den Weg rund um die Welt. Sehr aktiv ging es mit einem Bewegungsspiel per „Flug“ oder per „Schiff“ los, denn wir luden ausländische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Heilpädagogischen Schule in Bonnewitz zur Christenlehre ein, die dort ein freiwilliges internationales Jahr absolvieren. Schon die Heimatländer auf dem Globus zu finden, war eine Anstrengung und intensive Sucherei.
Tendai Lyneete und Chipo Alisha aus Simbabwe, Zin Lynn aus Myanmar und Henry aus Uganda gingen sehr offenherzige auf die vielen Fragen der Kinder ein. Sie konnten den Kindern erzählen, wie es sich heutzutage anfühlt, in ein fremdes Land zu kommen. Wovor man Angst hat, was einem hilft sich angenommen zu fühlen, was man vermisst, aber auch, was einem gefällt in dem neuen fremden Land. So erfuhren wir sehr viele Interessante und lustige Dinge, die die jungen Leute aus der Ferne erlebt haben oder empfinden. Dass sie das vielfältige Wurst- und Brotangebot toll finden, weil es in der Heimat vorwiegend Reis und Gemüse gibt. Das sie bis zu 8 Sprachen sprechen, ihre Familien in der Heimat sehr vermissen und wegen dortigen Krieges selten telefonieren können oder sie schon Jahre nicht besucht haben.
Dass sie hier sehr viele gute Erfahrungen gemacht haben, aber auch traurige. Nach und nach kamen sehr lebhafte Gespräche zustande und auch so manches Klischee konnte beseitigt werden. Auch in den fremden Ländern trägt man Shirt und Jeans, hat Kuscheltiere und Haustiere und nicht immer sehr viele Geschwister, sondern kann auch ein Einzelkind sein. Es gab sehr viel zu lachen, zu singen und zu spielen und Dank Selena, die ihr Konfirmanden-Gemeindepraktikum in der Christenlehre macht, hatten wir einen sehr schönen Obst- und Naschimbiss für alle im sonnigen Garten. Die Christenlehrezeit mit den Gästen war sehr schnell vorbei, wird aber sehr nachhaltig in Erinnerung bleiben. Und das auch bei den Gästen, die nun mehr über Christus und Gott erfahren möchten und wiederholt die Christenlehre besuchten oder zum Gottesdienst kamen.
Und weiter ging es mit unserer Weltreise – nach Nigeria, dem Land, welches beim Weltgebetstag im Mittelpunkt stand. Erst wurde spielerisch mit viel Freude und Ideenreichtum das Motto: „Kommt! Bringt eure Last“ umgesetzt. Sehr intensiv beschäftigten die Kinder sich im Anschluss mit den Nöten und Leben der Frauen und bereiteten einen Beitrag für den Gottesdienst vor. Da sich dieses Jahr sehr viele Kinder daran beteiligten, konnte eine große Gruppe „nigerianischer Frauen“ von unseren Kinderreportern beim Gottesdienst interviewt werden und so erfuhren alle Besucher des Gottesdienstes sehr viel Wissenswertes über Nigeria, das Leben der Frauen, ihre Wünsche und ihre Ängste.
Zum Abschluss der Weltreise führte uns der Weg mit Open Doors nach Sri Lanka, Kirgisistan, Indien, Tansania, Uganda und Kolumbien. Auch hier suchten die Kinder erst die Länder auf dem Globus und erhielten so eine Vorstellung davon, wie allumfassend auf der Erde, Christen wegen ihrem Glauben verfolgt werden oder Leid erfahren. Als die Länder gefunden waren, hörten wir, wie dankbar die Menschen dort über die Briefaktion von Open Doors sind und danach machten sich die Kinder fleißig ans Werk und malten für verfolgte christliche indigene Kinder in Kolumbien sehr schöne, farbenfrohe, ermutigende Bilder, die sich nun auf der Reise in das Zufluchtszentrum befinden.
In den vielen Wochen zum Thema “Im Glauben zusammenwachsen“ konnten die Kinder erfahren, wie verbindend der Glaube sein kann, wenn man einen beherzten Schritt aufeinander zu geht, einen Blick und ein offenes Ohr für die Ängste, Zweifel und Nöte anderer Kinder und Menschen hat, Vorurteile beiseiteschieben kann und sich die Hände reicht. Und wie einfach es ist, für Andere da zu sein und ihnen zu helfen und sei es „nur“ mit einem Bild oder einem Brief. So kann Gottes Zusage, Fürsorge und Liebe weitergegeben werden, als Beweis dafür, dass wir im Glauben alle Teil einer großen Familie sind.
Dorothea Pommer


















