Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2022

Sie steht den Geschehnissen in der gegenwärtigen Welt völlig entgegen: Über vierzig kriegerische Auseinandersetzungen gibt es zur Zeit in unserer Welt. Die uns nächste ist der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine – 1.500 km entfernt und fast täglich in den Nachrichten. Wie sehr wünschen wir den Menschen dort Frieden und auch weltweit allen, die von Leid, Hunger und vielfältiger Not betroffen sind!
Die Friedensbotschaft von Jesaja ist in einer Zeit der Bedrängnis entstanden. Im 8. Jahrhundert vor Christus stand Israel unter der Belagerung der Assyrer. Verwüstungen und Plünderungen, niedergebrannte Häuser, Tote. All dies Leid hat Jesaja vor Augen. Seine Botschaft, ist eine Botschaft der Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit.

Es ist kein „billiger Trost“, den Jesaja seinem Volk hier spendet, im Gegenteil. Irgendwann, so beschreibt Jesaja es, wird Gottes Gericht anbrechen. Dort, wo heute Ungerechtigkeit herrscht, wird Gott Recht schaffen. Und dann wird mit Gottes Heilszeit etwas völlig Neues entstehen. Sie wird etwas ganz anderes sein, als wir es bisher kennen oder uns vorstellen können. Aus diesem Wissen nimmt die Botschaft von Jesaja ihre Kraft: Krieg, Leid und Ungerechtigkeit sind nicht das Ende, sondern Gerechtigkeit und Frieden haben das letzte Wort.

Die Friedensbotschaft von Jesaja ist eine Weihnachtsbotschaft, denn in Jesus, dem Kind in der Krippe, zeigt Gott, wie er Frieden macht. Als Erwachsener wird Jesus sagen: „Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“ (Matthäus 5, 9.44) Diese Botschaft ist keine Vision geblieben. Immer wieder haben Menschen danach gelebt: Leidenden Trost gegeben, Verletzten ihre Wunden an Leib und Seele geheilt, sind dem Aggressor in den Arm gefallen.

In diesem Jahr wünschen sich viele einfach ein „normales“ Weihnachten, mit Zeit und Aufmerksamkeit füreinander, uneingeschränktem Familienbesuch und ganz viel Vertrautem. Trotzdem gehen uns die Bilder aus den Kriegs- und Krisengebieten unserer Welt nicht aus unserem Kopf. Mit der Friedensbotschaft von Jesaja im Herzen werden wir, jeder für sich und alle miteinander auch Wege finden, damit dieses unglaubliche Bild an einer Stelle Wirklichkeit werden kann: Dort wo Not gelindert, Tränen getrocknet, Freude geteilt wird. Dann bleibt es keine unglaubliche Botschaft. Dann kann es Weihnachten werden. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Ihr Pfarrer Burkhard Nitzsche

« zurück

Friedensreich  Edward Hicks um 1834
Friedensreich Edward Hicks um 1834